betterput

Die Englisch-Fehler, die Schwedisch-Sprechende in Meetings immer wieder machen

Schwedisch-Sprechende werden oft für Muttersprachler gehalten, was die Messlatte höher legt, statt sie zu senken: Die wenigen verbleibenden Muster fallen genau deshalb auf, weil alles um sie herum fließend ist. Die meisten davon sind eine Frage des Registers, nicht der Grammatik.

Understatement, gehört als Gleichgültigkeit

It’s not so bad.

It’s working well — better than I expected.

Die schwedische Berufskultur schätzt Untertreibung, und „lagom“-Mäßigung gilt zu Hause als Ausgeglichenheit. Ein US-Kunde hört im selben Satz mattes Lob oder ein heruntergespieltes Problem.

„We take it“ statt „we’ll handle it“

We take that question on the next meeting.

We’ll pick that up in the next meeting.

Die direkte Übertragung einer sehr gängigen schwedischen Konstruktion. Man versteht sie, und sie ist eines der deutlichsten verbleibenden Signale in einem sonst nativ klingenden Englisch.

„On“ statt „in“ bei Zeit und Meetings

We discussed it on the last sprint review.

We discussed it in the last sprint review.

Schwedisch nutzt eine Präposition, wo Englisch mehrere unterscheidet. Der mit Abstand häufigste Präpositionsfehler bei nordischen Sprechern.

Konsenssuche, die eine Entscheidung verdeckt

Maybe we should think about whether this is the right direction, what do you think?

I don’t think this is the right direction. Here’s why.

Schwedische Meetings bauen erst einen Konsens auf, bevor eine Position genannt wird, und wer sie zu früh nennt, wirkt dominant. In einem Meeting mit einem US- oder UK-Kunden liest sich dieselbe Zurückhaltung als fehlende Haltung, besonders bei einer erfahrenen Person.

Übertragene Bestimmtheitsendung

Can you look at the log-file and the database-schema?

Can you look at the log file and the database schema?

Schwedisch setzt Nomen zu einem einzigen Wort zusammen und markiert Bestimmtheit mit einer Endung. Im Englischen wirken sowohl der Bindestrich als auch die doppelte Bestimmtheit leicht daneben.

Häufige Fragen

„It’s not so bad“ ist für mich eher positiv gemeint — warum hört ein US-Kunde etwas anderes?
Weil Untertreibung in der schwedischen Berufskultur Ausgeglichenheit signalisiert — lagom eben —, während ein US-Kunde denselben Satz als mattes Lob oder als heruntergespieltes Problem hört. „It’s working well, better than I expected“ transportiert die tatsächliche Begeisterung, die gemeint war.
„We take that question on the next meeting“ — was genau ist daran nicht englisch?
Die direkte Übertragung einer sehr gängigen schwedischen Wendung. Verstanden wird sie trotzdem, aber sie ist eines der letzten Signale, die in einem sonst makellosen Englisch noch auffallen. „We’ll pick that up in the next meeting“ sagt exakt dasselbe, nur mit dem Verb, das Englisch dafür tatsächlich benutzt.
Warum wirkt es negativ, wenn ich erst eine gemeinsame Position suche, bevor ich meine Meinung nenne?
Weil schwedische Meetings bewusst Konsens vor der eigenen Position aufbauen, während eine frühe klare Aussage in den USA oder in Großbritannien als Führung erwartet wird, besonders von einer erfahrenen Person. Dieselbe Zurückhaltung liest sich dort als fehlende Meinung, nicht als Respekt vor der Gruppe.
Fällt schwedisches Englisch überhaupt noch auf, wenn es fast wie ein Muttersprachler klingt?
Gerade dann. Bei nahezu perfektem Englisch registriert man jede verbliebene Abweichung stärker, weil nichts anderes ablenkt. Die Muster hier sind fast alle eine Frage des Registers — Zurückhaltung, Untertreibung — nicht der Grammatik, und genau deshalb bleiben sie so lange unbemerkt.

Passend dazu

Sieh nach, welche davon du tatsächlich machst

Füg das Transkript eines echten eigenen Meetings ein. In etwa einer Minute weißt du, welche dieser Muster deine sind und welche nicht.

Mit einem echten Meeting testen

Kein Konto, und nichts wird gespeichert.